Interview

DeKai im Interview mit TECHNO-veranstaltung.de

todaySamstag, 10. Juli 2021 311 5

Hintergrund
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Wir haben DJ´s, Act´s & Club´s gefragt:

Wir begrüßen herzlichst aus Berlin, den Artist DeKai heute hier bei uns, als Interviewpartner und haben Ihn ein paar Fragen gestellt.

Die er uns für TECHNO-veranstaltung.de – das elektronische Musikmagazin beantwortet hat. 

#1 Was bedeutet für Dich elektronische Musik im Bezug auf Dein
Leben?

Also ich komm noch aus einer Zeit da gabs kein Techno. Aufgewachsen
bin ich mit dem Sound aus den 60/70/80ern, meine Jugend war klar Iron
Maiden, AC/DC, Depeche Mode und die Krupps geprägt. Als dann Acid
und Breakdance angefangen hat, hat`s nicht lang zum ersten Techno
gedauert. Ich war 17 und meine damalige Freundin kam aus Ibiza mit
ner Kassette zurück und die lief dann solange bis es in Deutschland los
ging.

Bild:

Fotograf Dennis Drobny www.dennisdrobny.com

Jeder kennt die Reportage aus den 90ern als gesagt wurde:
„Die Jugend mit Ihrem Baumaschinen Sound“
Ich war dabei, von der ersten Party im alten Schweinestall aufn Land,
bis zu die ersten in den Städten und meine Heimat war das Ultraschall
in München Riem. Damals war`s auch noch entspannt in Bayern und es
gab ein Polizeiauto fürs ganze Gelände und wer`s nicht weis das war
mal ein Flughafen 🙂
Techno war in meinem Leben und plötzlich war alles andere EGAL 😀
Wir waren frei, Tage und Nächte, Wochenenden, Afterhours wir konnten
tun und lassen was wir wollen uns konnte keiner was! Da wir alle die
ersten waren gabs untereinander einen „Spirit“ der war unbeschreiblich.
Jeder hat auf den andern aufgepasst, es gab nix böses (in meinem
Freundeskreis, für andere kann ich nicht sprechen) wir alle waren eine
große Familie. → Zeitsprung!
2009 bin ich nach Berlin gezogen und plötzlich wurde mein Leben zum
leben und ich bin dann „tief in die Oberfläche“ eingetaucht (Insider) und
es war Wahnsinn, Berlin und Techno gehört zusammen! Techno ist
nicht nur die Musik sondern das Miteinander! Egal ob als Türsteher,
Lichtjockey, Runner, Veranstalter, Clubbesitzer, DJ oder Tänzer. Wir
alle sind im Moment des Bassschlags eins, Hautfarben oder Rassen
spielen bei uns auch keine Rolle denn wir sind EINS!

Techno ist die Freiheit des Seins, angezogen, angemalt oder nackt!
Heute ist mein Leben Techno und Techno mein Leben!!

#2 Auf welchen Festivals spielst Du gerne, oder kann man das nicht
verallgemeinern?

Also Nein weil egal wo ich spiele ist es immer ne geile Party, jede hat
Ihren Spirit und ich bin wenns um ne Party geht definitiv offen für alles
wenn der Bass stimmt!
Mein natürlicher Lebensraum ist dazu noch ein Keller oder Bunker da
ich auf nassen Beton mit viel Druck stehe und das ist auf ner Wiese echt
schwer zu bringen. Auf den Festivals die allerdings so ne Location
haben spiele ich regelmässig 🙂

#3 Mit welchen Equipment legst Du am liebsten auf? Was bevorzugst
Du da?

Anbei mein Rider und mein Statement dazu.  TECHNICAL_RIDER_deKai (1)

Wenn ein Booker will ich das ich seinen Floor vermöbel möchte ich mich selber ja auch vermöbeln und Techno ohne Organmassage durch Bass ist Kacke!

4# Gibt es bestimmte Plattenlabel die Du bevorzugt nach neuer Musik
abcheckst? 

Ja aber im digitalen Zeitalter sind es sind echt zu viele und ich will hier
keinen vergessen 🙂 Dazu kommt noch das ich gesegnet mit Tracks bin
die frisch ausm Rechner von Freunden kommen. Manchmal sind meine Sets auch nur Tracks von Ragnarøk und Promos. Ich lege mich nie fest und bin immer auf der Suche nach neuem Sound.

#5 Hast Du während der Coronazeit ein neues Album geplant oder in Arbeit? 

Meine beiden Produktivsten arbeiten ist die Ragnarøk Retrospektive
2014 – 2015 https://www.beatport.com/release/ragnarok-retrospektive2014-2015/3286976 und einen Remix mit Asem Shama zusammen auf
der Wollust EP von Chris Maico Schmidt auf Harthouse
https://www.beatport.com/release/wollust-ep/3437942.
Die anderen Eisen im Feuer sind noch nicht spruchreif.

Die Corona-Pandemie liegt uns allen in den Knochen, auch die
Tatsache das die ganze Musikszene darunter leidet, Dj’Gigs sind mau,
man kämpft teilweise über das nackte Überleben, ob Veranstalter,
Clubbetreiber, Dj’s.

#6 Wie gehst Du mit diesem Druck um und was hast
Du während der „freien“ Zeit gemacht? 

Wie meine Freunde habe ich bisher das Beste aus der Zeit gemacht
und war mit Ihnen im Studio, auf Raves gespielt und habe gefeiert 🙂
Es gab auch Locations die nur paar Monate verfügbar waren, Keller in
Häusern die nur durch Innenhöfe und mehrere Stahltüren erreichbar
waren. 2020 gabs das ganze Jahr das Elefantenhaus und da war jedes
Wochenende was anderes los. Die Location ist jetzt schon abgerissen
und von daher kann ich das auch locker so sagen 🙂 Es gab ne
Ragnarøk Bootstour mit Livestream und eigentlich hatten wir nie wirklich
langweile. Auf vielen Partys (auch aufn Wasser) als ich gespielt habe
gabs auch öfter Besuch von der Polizei aber wir hatten uns immer an
die Vorschriften gehalten und die Polizisten waren auch froh darüber
das es einen Platz für alle zum Dampf ablassen gab als Sie wieder
gegangen sind.
Die dann aber immer noch große Lücke vom selber Veranstalten und
jedes Wochenende woanders spielen habe ich genutzt um mit Holgi
unser Label https://ragnarok-berlin.io/ auf „danach“ vorzubereiten und
auf Kurs zu halten. Mit Tom Marten unser Label Sidarøk
https://www.facebook.com/SidarokBerlin aufzubauen und ausgewählte
Streams zu spielen. Livestream ist nicht so mein Ding, ganz nett zum
überbrücken aber mehr auch nicht!
Mein Hauptaugenmerk seit März 2020 liegt klar bei https://evosonic.de/
und meiner „dirty techno talk“ am Donnerstag 18 – 20 Uhr und
„Ragnarøk Showcase“ jeden ersten Samstag im Monat von 00 – 06 Uhr
Sendung: https://ragnarok-berlin.io/dates

Es ist für mich eine ganz neue Aufgabe geworden, anfänglich hat mich Chris Maico Schmidt über einen Anruf in seine Sendung geholt und seit Dezember 2020 habe ich meine Sendung. Wie immer in meinem Leben wusste ich nicht was, wie und genau aber 2 Stunden Techno und ein
Interview mit dem DJ war klar. Ich habe nun zu Hause ein kleines
Radiostudio und sende Live aus Neukölln raus in die Welt und lässt sich dann auch in mein „normales Leben“ mit integrieren. Wenn die Clubs Donnerstags wieder auf haben rufe ich sicher den einen oder andern
Freund an und frag mal den Stand der Dinge vor Ort ab 🙂
Die Sendung am Samstag wird dann ne Liveübertragung von unseren
Partys und da wird’s ganz sicher das eine oder andere lustige Interview
dazu geben denn ja ich bin angefixt vom Radio und dem Spaß den man
damit noch haben und machen kann!!
Ich will es nicht schönreden aber auch die traurigen Momente in der Zeit
haben wir zu etwas lustigem, einen Rave und einfach kollektivem Balla Balla gemacht.

Wir bedanken uns für das informative Interview und wünschen Dir lieber DeKai alles Beste für die Zukunft, bleib Gesund.

Geschrieben von: Alex Girengir

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